Fortbildungen Kita OGS

Pädagogisch und kindbezogen

> Inklusion
> Kommunikation und Kooperation
> Mehrsprachigkeit
> Kinder und Trauer
> Collagen-Tagebuch
> Prävention psychischer Erkrankungen im Kindergartenalter

Inklusion

Die Inklusion ist und bleibt eine Herausforderung für Kindertagesstätten und Grundschulen. Während früher in den heilpädagogischen Kitas und Förderschulen ein multiprofessionelles Team für die besonderen Bedürfnisse der Kinder zuständig war, soll heute jeder Kindergarten und jede Grundschule diese besondere Arbeit leisten. Dem Inklusionsgedanken entspricht eine neue Haltung dem Kind gegenüber. Es wird nicht mehr nach seinen Defiziten geschaut, sondern nach seinen Ressourcen. Jede körperliche, geistige und soziale Besonderheit des Kindes soll als Ressource für die ganze heterogene Kita-/Schul-Gemeinschaft betrachtet werden.

Wie kann das gelingen? Auf dem Hintergrund von entwicklungspsychologischen Erkenntnissen und der Resilienzforschung reflektieren und erweitern wir das eigene Verständnis und Verhalten im inklusiven Prozess. In der Diskussion von Falldarstellungen und mit Hilfe einer systemischen Betrachtungsweise wenden wir das Inklusionswissen auf konkrete „Fälle“ an. Auf diese Weise wird jedem Kind ein individueller Raum für Entwicklung und Entfaltung eröffnet. Insbesondere die Wahrnehmung und Wertschätzung eines Kindes werden heute als individuelle Hilfen für das jeweilige Kind angesehen. So besprechen wir neue Wahrnehmungs- und Beobachtungsmethoden sowie pädagogische Konzepte, die zwischen den einzelnen Modulen erprobt werden können.

Die Fortbildung erweitert und vertieft die inklusive Kompetenz der Teilnehmer/innen und verhilft den zu betreuenden Kindern zu neuen Entwicklungschancen.

Für die Bearbeitung dieses Themas empfehle ich 2-3 ganztägige Module.

Kommunikation und Kooperation

Ob Jesper Juul oder Marshall B. Rosenberg – die Ideen von Pädagogen und Psychologen zu Fragen der Erziehung sind vielfältig und voller guter Absichten. Vielleicht orientieren Sie sich an der von Jesper Juul beschriebenen „Gleichwürdigkeit“ der Menschen oder an der „Gewaltfreien Kommunikation“ nach M.B. Rosenberg. Aber was bedeuten diese theoretischen Modelle konkret für den Alltag in der Kindertagesstätte und im Offenen Ganztag? Die Pädagogik spricht von Erziehungszielen. Gemeint ist, dass das Verhalten und die Disposition eines Kindes gesteuert und verbessert werden soll. Was steckt hinter dieser Prämisse? Ist das Kind noch kein guter Mensch und muss erst dazu erzogen werden? Oder kann man in der Entwicklung des Kindes auf seine eigenen Bestrebungen vertrauen, indem man auf die Individualität und die persönlichen Ziele des Kindes schaut und es in seiner Entwicklung begleitet? Und wie sehen das seine Eltern? In diesem Seminar beschäftigen wir uns mit der Frage, wie Kommunikation und Kooperation gelingen können. Neben theoretischen Inputs nutzen wir praktische Übungen, um alltagstaugliche Ideen zu entwickeln. Wir denken dabei auch an Kinder und Eltern, mit denen uns eine Kooperation nicht leichtfällt und die uns besonders herausfordern. Wir nutzen u.a. Materialien wie die Wunderbohne, Handpuppen und das Familienbrett.

Das Ziel des Seminars ist die Erlangung erweiterter Erziehungskompetenzen auf der Grundlage verschiedener pädagogisch-psychologischer Modelle.

Um dieses Ziel zu erreichen empfehle ich 2 ganztägige Module im Abstand von ca. einem Monat.

Mehrsprachigkeit

Mehrere Sprachen zu sprechen, das ist ein Reichtum und eine Kunst zugleich. Nicht nur Kinder mit Zuwanderungsgeschichte werden früh mit mehreren Sprachen konfrontiert und lernen sie meistens spielend. Mehrsprachige Kinder werden – wenn alles gut läuft – eines Tages in vielen Ländern dieser Erde eine sprachliche Heimat haben. Sie werden Berufe lernen können, die jemandem mit nur einer Sprache verwehrt bleiben. Die Kunst besteht darin, diese Sprachen wirklich gründlich zu lernen. Dazu gehört Literalität von Anfang an. Wenn kleine Kinder frühzeitig mit neuen Begriffen in z.B. zwei Sprachen zutun haben, dann werden sie beide Sprachen gleichmäßig und in Beziehung zueinander weiterentwickeln. Dazu gehört, dass sie im Kindergarten und in der Schule auch die Gelegenheit dazu bekommen. Deshalb wird auf Empfehlung von Sprachwissenschaftlern frühzeitig mit Literatur in mehreren Sprachen gearbeitet. Die Geschichten werden in den Kita-Alltag integriert durch Vorlesen, Besprechen und Spielen. Ganz wesentlich ist dabei die Elternarbeit. Gemeinsam mit den Eltern können die Mitarbeitenden in Kita und OGS den Gewinn und die Ressource der Mehrsprachigkeit ermöglichen und fördern.

Wie genau das gelingen kann, zeigt diese Fortbildung, die in 2-3 ganztägigen Modulen stattfindet. Es werden praktische Übungen durchgeführt und grundlegende theoretische Modelle vorgestellt.

Kinder und Trauer

Die Begegnung von Kindern mit dem Tod kann sich schon früh ereignen. Ob es das eigene Haustier oder der tote Vogel am Straßenrand ist, der beim Kind Erstaunen und Betroffenheit auslöst, das Thema Sterben und Endlichkeit ist eine Herausforderung für jeden Menschen jeden Alters. Wenn nahestehende Menschen sterben, wie z.B. Großeltern oder andere Verwandte, stellen sich oftmals große Irritationen und Verlustempfindungen beim Kind ein. Auch wenn Kinder mit diesen Empfindungen von den Eltern gut begleitet werden, so ist eine Unterstützung durch den Kindergarten ebenfalls von großer Bedeutung. Denn die Trauer verläuft nicht geradlinig. Sie kehrt immer wieder zurück, auch in unerwarteten Momenten, solange, bis eine innere Ruhe und Sicherheit einkehrt. Die Kinder brauchen Hilfe von den Erwachsenen und auch von den Freunden, um den Schmerz zu überwinden und die Erinnerungen zu pflegen.
In dem Fortbildungsseminar zu diesem Thema beschäftigen wir uns mit den Möglichkeiten des Kindes in den unterschiedlichen Entwicklungsaltern, das Sterben zu verstehen. Auf der Grundlage theoretischer pädagogisch-psychologischer Modelle entwickeln wir ein Verständnis für das trauernde Kind, um daraus Handlungsideen für den Alltag zu finden. Es helfen uns dabei praktische Beispiele aus Literatur, Kunst und Musik.

Für die Bearbeitung des Themas empfehle ich 2 halbtägige Module in einem Abstand von 1-2 Monaten. So können die Erfahrungen gemeinsam besprochen und reflektiert werden.

Collagen-Tagebuch

Das Collagen-Tagebuch ist eine kreativ-künstlerische Methode, die von Menschen jeden Alters genutzt wird, um Ressourcen und Energien zu fördern. Sie kann im pädagogischen Alltag mit Kindern jeden Alters und auch mit ihren Eltern angewendet werden. Praktisch wird dabei nicht geschrieben, wie man es sich im Zusammenhang mit einem Tagebuch denken könnte. Stattdessen wird mit Bildern und Farben und anderen Materialien (Mixed-Media) künstlerisch gearbeitet. Das Besondere am Collagen-Tagebuch sind die magischen Momente, in denen der geübte genauso wie der ungeübte Künstler kreative Erfahrungen macht, die ihn über sich selbst staunen lassen. Diese Erfahrungen führen zur Wahrnehmung und Entfaltung der eigenen Ressourcen. So wird das Tagebuch schließlich zur Kraft-Quelle für Kinder und Jugendliche, mit denen Sie als pädagogische Fachkraft arbeiten. Sie bewirkt eine Aufwertung der persönlichen Kompetenz und ganz besonders berührt es Herz und Geist in der Weise, dass sich Selbstvertrauen und Ausgeglichenheit entwickeln und steigern. Dabei spielt insbesondere in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen der künstlerische Prozess eine größere Rolle als ein „Kunstwerk“, das am Ende dabei entsteht.

Das Seminar wird in 2-3 halbtägigen Modulen angeboten, damit eine zwischenzeitliche Erprobungsphase reflektiert und die Arbeit vertieft werden kann.

Prävention psychischer Erkrankungen im Kindergartenalter

Als pädagogische Fachkraft im Kindergarten begegnen Sie manchmal Kindern, die ihnen ein Rätsel aufgeben. Es sind Kinder die sich scheinbar nicht zurechtfinden im Alltag und in der Gruppengemeinschaft. Es wird zum Beispiel deutlich, dass ein Kind in seinem Verhalten nicht verstanden wird, weder von den Mitarbeitenden noch von den anderen Kindern. Es fällt vielleicht auf durch Unruhe und aggressives Verhalten oder etwa durch Trauer oder sogar durch Entwicklungsrückschritte. Auch fremdartiges Verhalten kann beobachtet werden, etwa wenn eine autistische Störung vorliegt. Wie können Sie als verantwortliche Mitarbeitende in der Kita-Gruppe in solch einer Situation zu einer Verdachtsdiagnose kommen? Was hilft Ihnen und Ihrem Team zu einer frühzeitigen Einschätzung? Und wie kann man die Eltern für eine Zusammenarbeit gewinnen? Was empfehlen Sie schließlich den Eltern? Welche Untersuchung und welche Art von Arzt- oder Therapeutenpraxis oder welches medizinisch-therapeutische Institut können Sie empfehlen? Und was tun Sie, wenn die Eltern Ihre Ansicht und auch Ihre Sorge nicht teilen?

Das sind Fragen, die in diesem Seminar beantwortet werden. Beobachtungs- und Dokumentationstechniken und andere diagnostische Instrumente sind genauso Inhalt des Seminars, wie Kommunikationsstrategien für die Arbeit mit den Eltern. Mit einem systemischen Blick gehen wir auf das Kind zu und schließen dabei das Team und die Eltern mit ein.

Am Ende des Seminars haben Sie als Fachkraft einen Koffer voller theoretischer und praktischer Kompetenzen gesammelt, mit dem Sie fit sind für die Prävention psychischer Erkrankungen bei Kita-Kindern.

Für die Bearbeitung dieses Themas empfehle ich 2 ganztägige Module im Abstand von 1-2 Monaten, um Erfahrungen zu sammeln, diese geinsam zu reflektieren und Sicherheit zu gewinnen.

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